PRTR


Mehr Informationen zum PRTR

Das PRTR ist ein im Internet verfügbares Register, das die Öffentlichkeit über die Freisetzung (Emissionen) von Schadstoffen und die Verbringung von Abfällen informiert. Große Industriebetriebe berichten dafür ihre Emissionen in Luft, Wasser und Boden. Weiterhin müssen sie die Schadstoffe im Abwasser, das in externen Kläranlagen behandelt wird, berichten sowie die entsorgten Abfallmengen.

Zu den berichtspflichtigen Industriebranchen gehören bspw. die Energiewirtschaft, die Chemische Industrie, Intensivtierhaltungen oder große Kläranlagen (siehe Anhang I E-PRTR-VO). Solche Industriebetriebe müssen jedoch nur berichten, wenn sie Schadstoffschwellenwerte überschreiten (siehe Anhang II E-PRTR-VO) oder Abfälle in Mengen größer 2 Tonnen pro Jahr für gefährliche Abfälle oder größer 2000 Tonnen pro Jahr für nicht gefährliche Abfälle außerhalb des Standortes ihres Betriebs verbringen. Damit wird sichergestellt, dass nur wichtige Emissionen erfasst werden und der Aufwand für Betriebe angemessen bleibt.


Zeitlicher Ablauf

Das erste Berichtsjahr gemäß E-PRTR-VO ist 2007. Von da an findet die Berichterstattung jährlich statt. Deutschland muss seine von den Betrieben an die zuständigen Behörden berichteten Daten zum 30.06.2009 an die EU-Kommission melden. Die EU-Kommission veröffentlicht die gesammelten Daten der 27 EU-Mitgliedstaaten zum 30.9.2009 im Internet in seinem E-PRTR.


Übersicht Berichtsjahre


Die von den Betreibern berichteten Daten werden parallel zum Europäischen PRTR (E-PRTR) in das nationale Register (PRTR) einfließen, so dass für die Betreiber durch das nationale Register (PRTR) kein Mehraufwand entsteht. Gemäß dem deutschen "PRTR-Gesetz" (SchadRegProtAG) wird man sich in Deutschland ab 30.6.2009 über das im Internet verfügbare nationale Register (PRTR) umfassend über die Schadstoffemissionen und Abfallverbringungen dieser Industriebetriebe – etwa in seiner Nachbarschaft – informieren können.


Diffuse Quellen

Bei den Industriebetrieben handelt es sich um punktuelle Emissionen. Darüber hinaus sind im nationalen Register (PRTR) bereits jetzt Daten zu Emissionen aus diffusen Quellen wie der Landwirtschaft insgesamt oder dem Verkehr zu finden. Die Daten wurden vom Umweltbundesamt im Rahmen der Emissionsberichterstattung Deutschlands gesammelt und für das PRTR zur Verfügung gestellt.


Nationales PRTR

Die Verpflichtung ein nationales PRTR für Deutschland aufzubauen, geht zurück auf das so genannte PRTR-Protokoll. Dieses wurde am 21. Mai 2003 in Kiew von Deutschland, 35 weiteren Staaten und der EU gezeichnet. Das PRTR-Protokoll leitet sich aus der Aarhus-Konvention (http://www.unece.org/.../treatytext.htm) ab. Diese sieht den schrittweisen Aufbau einer landesweiten, öffentlich zugänglichen Datenbank - dem PRTR - vor (ausführlichere Informationen zur Aarhus- Konvention bietet auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit).

Die Beziehungen des PRTR-Protokolls, des E-PRTR (gemäß E-PRTR-Verordnung der EU) und des nationalen Registers (PRTR) auf Basis des "PRTR-Gesetzes" (SchadRegProtAG) zeigt die folgende Abbildung:


Beziehungen des PRTR-Protokolls, des E-PRTR und des nationalen Registers (PRTR)


Der Aufbau des nationalen PRTR wird von einem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg im Auftrag des Umweltbundesamts unterstützt und begleitet.



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